Aus der Scheune in die Kehle
Die Scheunenbräu in Untersiemau ist der schöne Beweis, dass große Biergeschichten manchmal ganz klein anfangen – zum Beispiel am 4. Februar 2022, bei eisiger Kälte und offenem Scheunentor. Damals brauten Marco, Timo und Stefan ihr erstes Bier: ein untergäriges Münchner Hell, ganze 40 Liter. Aus dem Hobby wurde Schritt für Schritt mehr; seit 1. Januar 2024 firmiert das Projekt als Scheunenbräu.
Heute steht hinter den Scheunentoren am Langen Graben 13 eine kleine, liebevoll ausgebaute Brauerei mit neuem Sudhaus, Gärtanks und Abfüller – klein genug, um sympathisch zu bleiben, aber ernsthaft genug, dass die Qualität nicht dem Zufall überlassen wird. Feste Öffnungszeiten gibt es derzeit nicht; verkauft wird direkt an der Brauerei, am besten nach Anruf oder WhatsApp, und manchmal öffnet der Ausschank auch spontan für durstige Radler und Wanderer.
Im Glas landen vor allem zwei Klassiker: das Fränkisch Hell, malzig im Antrunk, leicht herb im Abgang, mit 4,9 Prozent Alkohol, sowie das Scheunle, ein eigenes Rezept mit Tettnanger Hopfen, aromatisch und wenig bitter, mit 5,2 Prozent. Zur Fastenzeit kommt der Doppelbock Scheunator dazu – ein Name, der schon vor dem ersten Schluck freundlich mit dem Maßkrug muskuliert.
Wer Scheunenbräu erleben will, hält Ausschau nach dem Brauereifest am 1. Mai, der Biermeile zur Mitwitzer Kirchweih oder kleinen Bier-und-Bratwurst-Terminen im Hof. Die werden über Social Media und den WhatsApp-Kanal angekündigt. Kurz gesagt: handgemacht, heimatnah, ungezwungen – und genau die Sorte fränkische Brauerei, bei der man gern noch ein bisschen sitzen bleibt.



