Wenn der Stall Karriere macht
Brauwerkstatt klingt schon nach einem Ort, an dem nicht nur gebraut, sondern auch gewerkelt, getüftelt und probiert wird – und das ist auch so. Inhaber Christoph Matheis-Schatz hat seine kleine Braustätte in der Trockenmühle 6 aufgebaut – und das mit genau jener Mischung aus Fachwissen und fränkischem Pragmatismus, die aus einem alten Nutzraum plötzlich einen Lieblingsplatz für Bierfreunde macht. Er spricht von einer Umnutzung des „alten Säustalls“ – aus Stallgeruch wurde Sudhausduft.
Die Brauwerkstatt ist klein, aber keineswegs langweilig. Aus der „Nano Brewery“ in Ebensfeld kommen unter anderem Helles, Kellerbier, Pils, Pale Ale und sogar ein Russian Imperial Stout. Das passt zu einer Brauerei, die fränkische Bodenständigkeit nicht als Bremse versteht, sondern als Basis für neugierige Sude.
Auch unsere Verkostungsnotizen machen Lust auf mehr: Das Helle ist unfiltriert-golden, mit getreidigen und würzig-hopfigen Noten, ausgewogenem Körper und einem erfrischenden, leicht trockenen Ausklang. Beim Pils tauchen ähnliche Eindrücke auf – hellgolden, unfiltriert, würzig-hopfig und angenehm herb im Finish.
Kurz gesagt: Die Brauwerkstatt Schatzenhof ist ein sympathischer Neuzugang im oberfränkischen Bierland – klein genug für Handschlag und ProBiererla, fachkundig genug für ernstzunehmenden Genuss und charmant genug, dass selbst ein alter Säustall stolz auf seine neue Karriere sein dürfte.



